Pitches sind Bitches – Fragst du im Supermarkt auch nach Gratisware?

Shownotes

Janika ist noch immer stinksauer über eine einzeilige Absage zum Pitch per Mail, während Rebecca den Wettbewerb beim Pitchen feiert. Warum Pitches irgendwie unanständig sind und dass Kreativität nicht immer be- und entlohnt wird, diskutieren die beiden in Folge 2. Ihr erfahrt außerdem, vor welchen Herausforderungen Kreativagenturen beim Pitchen stehen, was dabei so richtig nervt und was Rebecca und Janika daraus gelernt haben. Wie immer gibt's ihre GratisMeinung obendrauf.

Wer wissen will, welche Pitches We are Family gewonnen hat, wird bei den Cases fündig.

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00:00:00: Hi Rebekah, ich bin grad stinksauer.

00:00:02: Jetzt bekomme ich eine Absage per E-Mail zu dem Pitch.

00:00:06: Klingt so richtig pauschal und auch noch mit Schreibfehler!

00:00:09: Ich könnte echt kotzen... ist sowas hass ich.

00:00:11: Deshalb hasse ich Pitches.

00:00:14: Yup, Pitch's sind Bitches.

00:00:17: Versteh' ich total, dass du da angepisst bist.

00:00:18: Lass uns gleich mal in der Agentur plaudern.

00:00:20: Vielleicht kann man doch irgendwas rausziehen?

00:00:23: Irgendein Learning irgendwo vielleicht?

00:00:27: Das gratis Meinung der etwas andere Agency Insights Podcast.

00:00:31: Hier gibt es Einblicke ins Agenturleben und die Marketingbranche.

00:00:35: In regelmäßigen Abständen plaudern Janika Linde und ich, Rebecca Duden, über alles, was in Beruf, Marketing und weit darüber hinaus passiert.

00:00:43: Rebecca ist Mitgründerin und CEO der We Are Family und ich bin Director Brand and Strategy.

00:00:49: Wir geben euch etwas andere Einblicken.

00:00:51: In erster Linie aber unsere Gratismeinung zu Themen wie Führung, Pitches, Überstunden und allem was sonst gerade so anfällt. In dieser Folge geht es um: Pitches.

00:01:00: Oder wie Rebecca sagen würde: Fragst du im Supermarkt auch nach Gratisware?

00:01:08: Also heute haben wir Janikas Lieblingsthema.

00:01:15: Pitches..ah Bitches!

00:01:17: Weißt gar nicht ob man das offiziell so sagen darf, aber wir sagen es.

00:01:20: Pitches...beep!

00:01:24: Janika, warum ist es dein Lieblingsthema?

00:01:28: Ich finde Pitches und Ausschreibungen... Ich kann nicht sagen bescheuert, weil ich finde ja nicht alle bescheuert.

00:01:34: Ich verstehe ja, warum manche Unternehmen potenzielle Auftraggeber ausschreiben müssen.

00:01:42: Ja,

00:01:42: versteh' ich ja.

00:01:43: Auf

00:01:45: einer

00:01:45: Sachebene.

00:01:47: Was ich richtig unverschämt finde, sind aber die Pitches, bei denen man eigentlich das Kreativkonzept schon mitliefern muss und das auch noch unbezahlt.

00:02:02: Und das auch noch in einem Umfang,

00:02:04: der

00:02:05: wirklich Tage, wenn nicht Wochen frisst,

00:02:08: wenn man alle Ressourcen dazuzählt.

00:02:10: Aber hey vielleicht müssen wir mal kurz drüber reden, was Pitches überhaupt sind?

00:02:15: Das ist ja eigentlich schon so ein totales Agentur-Ding

00:02:19: am Ende nachher und ich hatte die Situation, als ich angefangen habe als Junior … haben alle immer über Pitches geredet, ich hab keine Ahnung gehabt, was das ist.

00:02:31: Und ich weiß noch... Ich weiß sogar noch an welchen Platz ich saß und dann habe ich überlegt "Kann ich die das mal fragen, kann ich fragen?".

00:02:36: Ich weiß nicht warum mich nicht so clever war zu googeln!

00:02:39: Also ich war wahrscheinlich weil ich da auch irgendwas mit p- und -sch eingegeben hätte.

00:02:47: Ja, auf jeden Fall habe ich dann irgendwann gefragt meine Teamleiterin und die war auch total süß.

00:02:50: Die hat sich dann da Zeit genommen und mir erklärt, dass das eine Angebotsabgabe ist – oft begleitet auch von einem inhaltlichen Konzept.

00:02:57: Also dass es da Unterschiede gibt, ob man nur inhaltlich oder inhaltlich mit Preis oder nur Preis was abgibt.

00:03:04: Und über die Jahre, über schmerzliche Jahre, hab ich dann auch die verschiedensten Arten von Pitches und Ausschreibungen kennengelernt.

00:03:12: Da gibt's ja nochmal ganz unterschiedliche Klassifizierungen.

00:03:15: Ich meine, wir hier sind ja super dankbar, dass wir direkt beauftragt werden.

00:03:22: Das ist, weil wir eben als Spezialagentur agieren und da sind wir auch immer super dankbar um

00:03:27: jede Anfrage und die wird auch gleich immer ganz oben mit eingeranked.

00:03:31: Dann gibt es aber halt Ja.

00:03:33: Oder dass es geschlossen ist, wo du weißt

00:03:35: da sind auf jeden Fall nur zwei oder drei andere Agenturen noch mit dem Spiel.

00:03:38: Genau, dann hast du Pitches oder Ausschreibungen, die dann geschlossen sind, wo halt nur du die Anfrage kriegst und du weißt, wie viele andere auch noch so. Manchmal kriegst du sogar mitgeteilt, wer auch

00:03:49: noch dabei ist.

00:03:49: Das ist aber schon selten.

00:03:51: Sehr

00:03:51: selten!

00:03:51: Aber es hilft natürlich auch, um dich einfach einzuranken und zu wissen, ob du auch eine Chance hast am Ende vom Tag.

00:03:59: Und dann gibt es halt diese richtig miesen Nummern, so offene Ausschreibungen.

00:04:05: Einstufig!

00:04:06: Du musst alles sofort liefern und ja, vs. halt zweistufig, wo du halt übers Credential in so ne geschlossene Runde kommst aus drei bis fünf.

00:04:16: Und erst dann die Mühe machen musst – aber da auch die Chancen einfach schon besser stehen.

00:04:19: Ja total.

00:04:20: Und ich muss sagen, am Anfang meiner Karriere, am Anfang meines Berufswegs, da fand ich das geil irgendwie.

00:04:26: Da kam ich gerade raus aus dem Sport und ich fand es cool!

00:04:30: Ich fand dieser Wettbewerbsgedanke der dahinter stand, den fand ich super.

00:04:35: Ja du bist auch total kompetitiv, das versteh'

00:04:39: ich auch.

00:04:40: Ich wollte grade den Hörerinnen und Hörern sagen, Janika schüttelt schon den Kopf, während ich sprech'.

00:04:45: Es ist einfach nicht dein Thema.

00:04:46: Vor allem es mit Sport

00:04:48: zu vergleichen.

00:04:52: Yoga ist es nicht.

00:04:53: Es ist

00:04:53: auch nicht tanzen!

00:04:57: Auch aus dem Aspekt verstehe ich das total. Na klar, macht's mal Bock, auf so was zu arbeiten und sich da in einem Team einzuschließen übers Wochenende mal irgendwie etwas runterzuarbeiten und ein cooles Konzept zu entwickeln in kurzer Zeit mit wenig Ressourcen.

00:05:10: Das macht schon mal Spaß

00:05:11: und natürlich will man dann auch gewinnen.

00:05:14: Und ich sage ja auch nicht, dass Ausschreibungen/Pitches generell doof sind, sondern nur die unbezahlte Variante.

00:05:19: Und die einstufige Variante finde ich halt einfach doof.

00:05:22: Ich kann das auch begründen.

00:05:24: Einmal kann ich es begründen aus dem Aspekt dass sie's... Und das muss jetzt echt einfach mal so unverblümt sagen: Ich find´s einfach unanständig, nicht dafür zu bezahlen, für eine kreative Idee.

00:05:36: Es ist ja genau, wie wir einleitend gesagt haben:

00:05:39: Du fragst auch nicht im Supermarkt nach Gratisware oder fragst "Ach kann ich den Apfel erstmal anbeißen und wenn der mir schmeckt, dann kaufe ich den auch?"

00:05:45: Nein eigentlich ist es eher: "Kann ich den Apfel erst mal essen?“.

00:05:48: Ja ganz essen!

00:05:49: Und

00:05:49: eigentlich einen von jeder Sorte und dann noch einen Kuchen damit backen und schauen,

00:05:54: ob

00:05:54: er für mich funktioniert.

00:05:55: Dann nehme ich vielleicht was aber... Aber bitte günstiger als es da auf den Preis steht.

00:06:00: Ja, genau.

00:06:00: So ist es

00:06:01: eigentlich!

00:06:01: Einfach unanständig, weil man macht sich ja da wirklich viel Arbeit… Also das wird ja auch wirklich extrem viel Ressource da auch immer reininvestiert und aus dem Aspekt finde ich es einfach nicht in Ordnung.

00:06:13: Zum anderen, was dann ganz schlimm ist, ist, wenn man eine Absage bekommt, das nicht mal begründet wird, also man kann auch nicht mehr draus lernen. Das ist ja noch viel dümmer.

00:06:24: Und es passiert uns, obwohl wir wirklich einen sehr dezidierten Selektionsprozess haben.

00:06:30: Also wir bekommen ja pro Woche, auf jeden Fall pro Monat, aber auch pro Woche, echt Anfragen.

00:06:37: Oft mal so kommt unser Sales-Team mit drei, vier, fünf … manchmal auch mehr Sachen ums Eck und sagt: „Hier, jetzt bitte in die Review."

00:06:44: Die Review ist bei uns ein Meeting, da kommt Janika, da komm ich dazu, da kommt Sales dazu.

00:06:50: Manchmal kommt auch noch jemand aus der Fachabteilung wie Pablo, unser Creative Director, dazu, die dann entscheiden zu sagen: Hey nehmen wir an dem Pitch-Teil oder nicht?

00:06:59: Da geht's in erster Linie mal nur darum, ob wir strategisch teilnehmen, also ob wir teilnehmen wollen.

00:07:06: Und obwohl wir so einen wirklich, finde ich schon, wirklich fundierten Prozess haben.

00:07:12: Da gibt es sogar eine Berechnungsmatrix, wo wir uns Punkte geben zu sagen "Gibt's Kohle für den Pitch?", 

00:07:18: "Passt das Budget in unser...?", 

00:07:19: "Matcht es

00:07:20: zu uns als Agentur?", "Wird das mal ein guter Case werden?".

00:07:23: Genau!

00:07:24: Ist es ein Kunde, bei dem wir sagen, da haben wir auch Lust drauf und wollen unsere Expertise einbringen?

00:07:28: Schätzt er unsere Expertise, dieses wirkliche Wissen um Alpha und Z auch Wert?

00:07:34: Und trotzdem passieren uns halt Kunden, die dann einen Einzeiler schicken.

00:07:39: Also wie man vielleicht hört, Janinka ist tief geprägt von dieser Erfahrung so.

00:07:46: Ja das ist halt schon hart, also es ist dann schon echt hart.

00:07:49: Aber da weißt du auch gleich, was das dann später in der Zusammenarbeit eigentlich gewesen wäre, weil... Das ist ja auch der zweite Grund, warum ich von dem System einfach nicht überzeugt bin.

00:08:02: Meiner Erfahrung nach wählen die potenziellen Arbeitgeber oder der Kunde, der da eben diese Ausschreibung macht, auch immer die gefühlt sicherste Variante.

00:08:13: Wenn nicht sogar explizit drinsteht: Wir nehmen die günstigste, dann nehmen sie auf jeden Fall die sicherste Variante vom Konzept her und nicht aber eigentlich vielleicht die beste.

00:08:22: Weil die Beste wäre vielleicht die mutigste.

00:08:24: Aber für Mut brauchst du Vertrauen und für Vertrauen brauchst du Dialog und für Dialog brauchst du halt mehr als auf jeden Fall eine Ausschreibung ist, aber auch mehr als so ein Standard-Pitchprozess ist.

00:08:34: Ganz genau!

00:08:35: Ganz genau.

00:08:36: Definitiv.

00:08:36: Dazu kommt ja noch – also sie wählen nur die sicherste Variante und nicht vielleicht die beste – dazu kommt ja, dass sie für diese Ausschreibung ja eine aufwendige Leistungsbeschreibung formulieren und dann ja auch schon glauben, das Problem identifiziert zu haben,

00:08:53: für das sie die Lösung wollen.

00:08:55: Ja

00:08:55: und gerade für uns, die ja sehr oft ganz weit oben im strategischen Prozess oder ganz weit vorne im strategischem Prozess anfangen und wirklich noch mal alles in Frage stellen, ist oft da schon was vorgegeben, was wir eigentlich so schon gar nicht sehen

00:09:09: an der Stelle. Also wo man eigentlich komplett alles auf Null drehen müsste, aber man kann das nicht,

00:09:16: weil man weiß: Das ist in der Ausschreibung einfach nicht gefragt.

00:09:18: Es ist

00:09:18: einfach nur gefragt, dass du das

00:09:20: lieferst was, drinsteht.

00:09:21: Aber eigentlich wäre eine andere Herangehensweise so viel sinnvoller.

00:09:26: Wie wir es ja auch oft bei Direktbeauftragungen machen oder bei Direktansprachen machen.

00:09:31: Da wird der Kunde aufmerksam auf uns und sagt: „Interessant, könnt ihr mich mal analysieren, 

00:09:37: könnt ihr mir mal mein Unternehmen angucken?"

00:09:39: Und dann sagen wir das und das ist gut ist und das ist noch zu optimieren und dann ergibt sich daraus eben das Briefing oder erst einmal das Problem und dann das Briefing dafür.

00:09:48: So macht das viel mehr Sinn. Und nicht, dass der vermeintlich das Problem schon kennt und du darfst nur darauf antworten, nur darauf delivern und alles andere, was on top kommt, wird, entweder nicht berücksichtigt, oder sogar im Negativfall noch zu "Runterwertungen" genutzt.

00:10:05: Also,...

00:10:06: Was ich ganz arg schlimm finde ist, wenn du, was ja oft bei Ministerien der Fall ist, du hast so super wichtige Themen auch ,die ausgeschrieben werden oder Kommunikationskampagnen zu wirklich wichtigen Themen – gerade die Gen Z oder Alpha betreffende Aufklärungskampagnen oder so Themen und die sind dann aber in so einem Raster drin, wo du halt eigentlich sagen musst: Nehmen wir nicht teil.

00:10:32: Ist einstufig, der Fragenkatalog, der lässt schon darauf schließen, dass irgendwie da 35 Agenturen teilnehmen und hey nee irgendwie... Da fühlen wir nichts dabei so.

00:10:44: Aber das Thema wäre so wichtig, es einmal wirklich gut und kritisch und fundiert zu beleuchten und nicht nur, so wie es in der Ausschreibung steht, das Bild von Lila nach Rosa umzufärben.

00:10:54: Ja genau, euer Problem

00:10:55: ist nicht das CD!

00:10:56: Genau,

00:10:57: genau so.

00:10:58: Das ist dann halt...Da wird es richtig schade, einfach da wird's richtig traurig an der Stelle.

00:11:03: Dann

00:11:03: sagen wir ja auch ganz oft: "Können man schon so machen, aber dann ist das halt kacke"

00:11:08: oder dann ist das Problem

00:11:10: nur schöner.

00:11:11: Ja

00:11:12: genau bei Direktbeauftragungen plaudern wir mehr.

00:11:15: Das ist halt echt schade, dass man sich nicht besser einfühlen kann nachher.

00:11:19: ich frag mich auch wirklich manchmal, ob Firmen bewusst ist – ganz oft ist es ihnen glaube ich nicht bewusst – wie unfassbar viel Arbeit in so einer Ausschreibungsbeantwortung drinsteckt.

00:11:33: Also ich glaub also erst mal in Euros bemessen sind das Tausende von Euro-Eigenleistungen egal ob's kleiner oder größer oder ganz groß ist.

00:11:43: Es geht immer in den deutlichst vierstelligen Bereich.

00:11:47: Entschuldigung in dem fünfstelligen Bereich.

00:11:49: Vierstellig wäre ja schön aber... Und was das auch prozessual von uns erfordert. Wir sind ja jetzt als Agentur.

00:11:58: Wir haben siebzig Mitarbeiter in zwei Ländern.

00:12:01: Erzählen wir mal später noch ein bisschen mehr dazu, warum wir in zwei Ländern siebzig Mitarbeiter da haben, 

00:12:06: aber wir haben schon echt die Tische voll.

00:12:09: Bei uns ist gut was los so. Und wir haben kein Pitch-Team, das nur das macht, sondern bei uns ist es halt so, dass die Leute sich dafür dann Zeit nehmen müssen oder wir über die Kappa-Planung Zeit freiräumen müssen.

00:12:23: Und ich glaube halt, das wird total unterschätzt wie viel... wie viel Ressource da drin

00:12:29: steckt

00:12:30: in so einer Pitch-Bearbeitung.

00:12:32: Also was da geleistet

00:12:33: werden muss.

00:12:35: Du hast vorher schon so automatisch gesagt: "...Über das Wochenende bearbeitet".

00:12:39: Das passiert, weil natürlich das schon schwierig ist, das einfach immer noch in den regulären Workload mit reinzuplanen.

00:12:49: Deshalb

00:12:50: machen wir auch nicht so oft – Gott sei Dank – aber kommt halt mal vor.

00:12:53: Aber dazu kommt dann auch noch – und das ist das Nächste, was ich nicht unbedingt dabei

00:12:59: so Schätze – ist, dass wir ganz oft Formatvorgaben haben, wie wir dann eine Idee abgeben dürfen, die auch der Idee dann wiederum jede Eigenständigkeit, jeden Nachdruck

00:13:10: jede Kreativität,...

00:13:12: ...und Schriftgröße und Abstand zum Seitenrand,

00:13:15: und da denk ich mir war so: "Oh ne jetzt killt ihr mir auch noch die..."

00:13:18: Wobei das ist ein

00:13:18: Learning, das wir bei sowas

00:13:20: einfach nicht

00:13:20: mehr teilnehmen.

00:13:22: Das macht keinen Spaß!

00:13:24: Also wenn dann halt sogar irgendwie limitiert ist, wie du abgibst.

00:13:30: Welche Schriftgröße,

00:13:31: welche Form und trotzdem kreative Inhalte.

00:13:36: Wir reden ja manchmal trotzdem einfach über was, was auch schneller besser visualisiert wäre.

00:13:41: Und wenn es nur über eigens einen Prozess oder einfach auch mal Moodbild ist, aber keine Chance. Word, drei Seiten, Arial, Schriftgröße 11.

00:13:57: Das verstehe ich auch nicht aus einer Auftraggebersicht. Da kommt doch wirklich nicht das beste Ergebnis raus.

00:14:03: Wo kommt denn das beste Ergebnis raus?

00:14:05: Das

00:14:05: beste Ergebnis kommt meiner Ansicht nach raus, wenn du mit der Agentur in den Dialog gehst.

00:14:10: Sowieso, das beste Ergebnis ist nicht, wenn eine Agentur jetzt einen, keine Ahnung, einen Kreativansatz, eine Designlösung abgibt und die ist es nachher.

00:14:19: Sondern, das ist ja sowieso immer ein Zusammenspiel aus dem Auftraggeber und der Agentur.

00:14:24: Der Auftraggeber hat eben die Perspektive... der Marke, der Kunden, der Branche noch viel besser als jede Agentur das hat.

00:14:33: Selbst wenn die Agentur in der Branche oder in der Zielgruppe zu Hause ist, ist es trotzdem nochmal was anderes. Und die Agentur bringt halt einfach dann wirklich State-of-the-Art-Fachexpertise mit in Kommunikationen, in Marketing, in Marktforschung – alle unsere Leistungsfelder. Und das kombiniert,

00:14:49: das gibt das beste Ergebnis.

00:14:51: Das heißt du brauchst immer den Dialog eigentlich und deshalb muss, meiner Ansicht nach, auch weniger die Kreatividee abgefragt werden, als eigentlich mehr die Vorgehensweise, die Art der Zusammenarbeit.

00:15:04: Und da halt auch schon vorhin im Dialog und nicht in irgendwie drei Seiten Word, Areal und in Schriftgröße zwölf.

00:15:09: Ich habe mal ein Interview gesehen aus verschiedenen Agenturchefs/-chefinnen, die zusammensaßen und eine hat Kollegin dann gesagt: Ja, also, sie versuchen einfach jeden Pitch abzuwenden in einen Chemistry Call.

00:15:22: Sie versuchen sich einfach über ihre Personality oder Fachexpertise aber auch einfach über den Dialog: 

00:15:29: Wie ist die Aufgabe zu lösen?

00:15:31: ... dann um den Pitchstrom rumzuwinden.

00:15:34: Ich hätte sie gerne gefragt, – das war ein Video-Format – wie oft es auch gelingt also wie oft's auch klappt tatsächlich.

00:15:42: Aber der Chemistry Call ist, glaube ich schon so – oder der Chemistry-Besuch oder die Präsentation oder was auch immer –

00:15:49: aber ich glaube, das ist schon so das Nonplus-Ultra, wenn du es schaffst da hinzukommen.

00:15:55: Dass das genügt nachher auch und es tut beiden Seiten gut.

00:15:59: Auf jeden Fall! Als es ist für beide Seiten ein Riesenplus. Weil du lernst,...du kannst ja auch Fragen stellen, auch kritische Fragen stellen.

00:16:06: Also darüber diskutieren.

00:16:08: Weil Fragen kannste auch oft so stellen.

00:16:09: Dann sagen die "ja Fragen bis zum, keine Ahnung zwei Wochen vor Abgabe. Aber das ist ja nicht das Format.

00:16:16: Also dann im Zweifel bekommst du eine Antwort, die noch mehr Fragen aufwirft.

00:16:20: Ja, also nicht nur im Zweifel, 

00:16:21: sondern ich würde sagen sehr oft

00:16:23: bekommst du Antworten, die noch mehr Fragen aufwerfen.

00:16:31: Aber lernen wir auch aus Pitches?

00:16:33: Auf jeden Fall!

00:16:34: Wir

00:16:34: lernen natürlich für uns in unserer Zusammenarbeit oder wie wir zukünftig an Sachen rangehen und was wir in der Review noch besser beachten müssen, wen wir auf welches Spezialgebiet besser einsetzen könnten. Sowas lernen wir natürlich intern.

00:16:50: Aber ich muss ehrlich sagen, ich habe noch nicht so oft richtig gutes Feedback – also wenn wir einen Pitch verloren haben – bekommen, dass ich daraus wirklich lernen konnte. Fällt mir gerade nicht ein.

00:17:04: Doch, hatte ich schon einmal, aber gemessen an der Zahl, wie viel wir einfach auch schon gepitcht oder an Ausschreibungen teilgenommen haben und wieviel wir gewonnen und verloren haben,

00:17:16: ist es auf jeden Fall auch nicht so, dass ich sage, ich nehme da jedes Mal wahnsinnig was mit?

00:17:20: Ich meine oft ist einfach preisentscheidend.

00:17:22: Ja.

00:17:23: So,

00:17:23: Ah, dir ist gerade was eingefallen.

00:17:27: Das war tatsächlich spannend.

00:17:29: Deshalb hatte ich auch vorhin meinen ersten Punkt oder meinen zweiten Punkt gebracht, dass der Kunde gefühlt immer die sicherste Variante wählt.

00:17:35: Das war nämlich ein Feedback von einem Kunden, den hatten wir Ende letzten Jahres oder den Pitch haben wir Ende letzten Jahres mitgemacht, 

00:17:42: da kam das Feedback zurück, dass die Ideen zu kreativ waren.

00:17:48: Das war wirklich das Feedback.

00:17:49: Das sage ich jetzt nicht einfach nur, weil es geil klingt...

00:17:51: Ist es die Frage, was du gelernt hast da draus?

00:17:55: Mach's

00:17:55: langweiliger?

00:17:56: Ja, nee.

00:17:56: Dass sich vielleicht lieber eine sichere Variante oder eine sichere Idee abgebe und dann aber noch mal sagt: Okay, 

00:18:03: und jetzt gebe ich aber nochmal was Zusätzliches ab, so die Kirsche auf der Sahnetorte für die Bäm-Idee da draußen, also... Für die

00:18:13: ganz

00:18:14: mutigen und

00:18:14: meine Seele!

00:18:16: Was es vielleicht nicht wird, aber trotzdem zeigen wir damit, dass wir sehr, sehr kreativ sind und dass wir aber trotzdem die Grundbedürfnisse des Kunden mal verstanden

00:18:24: haben.

00:18:24: Dass wir die Bandbreite abdecken können

00:18:26: auch.

00:18:26: Hätten wir nämlich nur die sicherste Variante gezeigt, wäre wahrscheinlich das Feedback gekommen: 

00:18:30: "Ja zu langweilig" oder "Nicht cool genug" oder keine

00:18:33: Ahnung "Nicht werbewirksam genug" oder was auch immer.

00:18:37: Und so können wir sagen: "Haben wir beides abgedeckt", aber wir geben halt auf jeden Fall immer die sichere Variante mit.

00:18:42: Das ist eigentlich mein Learning gewesen.

00:18:44: So haben wir es glaube ich seitdem auch intuitiv einfach gemacht.

00:18:47: Ja ich hatte einen Kunden, da haben wir verloren.

00:18:52: Und es hat mir richtig wehgetan, weil das war ein Bestandskunde der nach vielen Jahren, wo Pause war durch Corona und weil dann vielleicht das Budget nicht so da war, der neu ausgeschrieben hat. Geschlossen ausgeschrieben hat.

00:19:08: Wir hatten eine supergute Lösung und haben einen Bestandteil aber nicht gezeigt.

00:19:13: Also wir haben nicht gezeigt, dass wir uns super gut im Bildungsmarkt auskennen und da Fortbildungsnetzwerke schaffen können.

00:19:25: Und wir können das aber. Also wir können es wirklich und wir konnten's auch damals schon und ich hab dann halt auch zu dem Kunden gesagt: Ja, ihr habt es ja nicht gefragt!

00:19:32: Das war an keiner Stelle Teil der Lösung von uns und es war auch bei euch kein Teil des Problems.

00:19:38: Die andere Agentur hat das mit dargelegt und da habe ich das schon nochmal mitgenommen dass ich auch, gerade in dieser Wandlung der We Are Family, in dieser Weiterentwicklung, in dieser ständigen, die wir so haben.

00:19:49: Wir haben oft so das Gefühl jeder weiß schon was bei uns abgeht weil alle lesen ja den Newsletter folgen und uns auch auf LinkedIn und Insta.

00:19:58: Es ist natürlich nicht so und dieses Mehr-Kontext mitgeben – nicht weil "Boah ich bin so geil!",

00:20:06: sondern einfach mehr Kontext mitgeben, weil der Kunde da etwas für sich rauszieht, was für ihn wirklich wichtig ist. Ist glaube ich halt auch wichtig, dass man einfach daran denkt, so die Breite nochmal kurz mit abzudecken um dann zu sagen und übrigens: Dein Problem und deine Lösung.

00:20:25: Da muss man immer wieder darauf zurückkommen.

00:20:26: Genau.

00:20:27: richtig. Weil es war nachher das Zünglein an der Waage und das wäre von mir in einem Satz irgendwie zu beantworten gewesen.

00:20:32: Der Prozess im Haus hat's aber nicht zugelassen da quasi noch mal eine Fragerunde zumachen.

00:20:37: Die haben dann in ihrem allerletzten Abstimmungs-Meeting gesagt ... wie es ist wichtig oder das ist für uns so der Punkt.

00:20:45: Und ja, und dann war's das halt... Das war schade!

00:20:48: Aber das war auch ein wichtiges Learning, was bis heute Impact hat

00:20:51: auf

00:20:52: jeden Fall.

00:20:53: Kontext ist sowieso wichtig, also immer auch Kontext zu geben, einmal zu zeigen. Ich hab

00:20:58: dich und dein Problem wirklich verstanden.

00:21:00: Und das kann ich dir, dass kann ich leisten.

00:21:02: Aber nicht nur eine Aufzählung von Leistungen, sondern warum sind die Leistungen für den Kunden noch relevant?

00:21:07: Das habe auch tatsächlich gelernt – jetzt nicht erst letztens, das wäre schlimm – schon relativ früh in meiner Agenturkarriere. Aber ja, also natürlich nicht nur aufzuzählen, hier, wer sind wir und so weiter, sondern auch: Warum, lieber Kunde, ist es für dich relevant. Das ist auch echt noch ein gutes Learning.

00:21:23: Ja also.

00:21:26: Ich mag Pitches immernoch nicht,

00:21:28: aber wenn ich auf eine Greinung kommen würde, würde ich sagen, meine Gratismeinung geht glaube ich an andere Agenturen da draußen und lautet so was wie: Nehmt doch bitte alle keine unbezahlten Ausschreibungen und Pitches mehr an oder daran teil.

00:21:44: Denn wenn das alle tun würden oder alle ablehnen würden, hätten wir ein anderes Wertschätzungsverhältnis da draußen und dann wäre es vielleicht auch anders.

00:21:54: und potenzielle Auftraggeber würden ja so Kreativleistungen vorher bezahlen oder in anderen Prozess angehen, oder anders suchen.

00:22:03: Naja, und die Gratismeinung für Unternehmen ist super easy:

00:22:08: Wertschätzt, was da draußen passiert – mindestens mit dem Dialog, aber besser mit Bezahlung, weil es ist einfach wert ist, was da geleistet wird.

00:22:20: Genau. Finde

00:22:21: ich gut.

00:22:22: Dann...

00:22:22: Haken dran!

00:22:23: Wir freuen uns auf nächstes Mal.

00:22:33: Ciao!

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