Eltern im Job: Das Leben zwischen Kinderkotze und Teams-Call?

Shownotes

Kommunikationsagentur: Das sind doch Überstunden, kreative Geister und Obstkörbe, oder? Wie vereint man das mit Privatleben und Familie? Vor welchen Herausforderungen stehen Eltern im Job? Und wie können Arbeitgebende den Arbeitsalltag für Eltern besser gestalten? Rebecca und Janika verantworten nicht nur die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeitenden, sondern auch die eigene. In dieser Folge plaudern sie darüber, wie das Mutter-Sein ihre Karriere und vielleicht auch einige Ansichten verändert hat. Außerdem erfahrt ihr, vor welchen Herausforderungen sie als Mütter, aber auch als Arbeitgeberinnen stehen und wie die Vereinbarkeit von Familie und Karriere bei We are Family gelebt wird. Ihre Meinung darüber, was Arbeitgebende und Eltern beachten können, gibt's gratis obendrauf!

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00:00:01: Hey Janika, guten Morgen.

00:00:03: Du bei mir sind heute zwei Kinder krank und mein Kleiner ist auch nicht ganz fit.

00:00:07: Können wir den Termin heute irgendwie schieben?

00:00:11: Guten Morgen!

00:00:12: Ja du gar kein Problem, meine Nacht war auch schwierig.

00:00:14: Mein Kleiner ist jetzt auch krank.

00:00:16: Dann lass uns einfach gucken, dass wir die Termine vielleicht remote machen.

00:00:20: Das ist GratisMeinung - der etwas andere Agency-Insights-Podcast.

00:00:24: Hier gibt es Einblicke ins Agenturleben und die Marketingbranche.

00:00:27: In regelmäßigen Abständen plaudern Janika Linde und ich, Rebecca Duden, über alles, was in Beruf, Marketing und weit darüber hinaus passiert.

00:00:36: Rebecca ist Mitgründerin und CEO der We Are Family und ich bin Director Brand and Strategy.

00:00:42: Wir geben euch etwas andere Einblicke.

00:00:44: In erster Linie aber unsere Gratismeinung zu Themen wie Führungen, Pitches, Überstunden und allem, was sonst gerade so anfällt.

00:00:51: In dieser Folge geht's um Eltern im Job oder – wie Rebecca sagen würde – das Leben zwischen Kinderkotze und Teamscall.

00:00:58: Eltern im Job.

00:01:05: Janika, warum ist es eigentlich so ein Thema?

00:01:07: Definieren wir uns da drüber?

00:01:10: Ah, definieren wir uns darüber? 

00:01:11: Also ich finde es auch schade, dass es so ein riesen Thema ist oder dass es ein Thema sein muss.

00:01:14: dieses ganze "Ach kriegen wir es unter?", 

00:01:17: "Wie können wir Eltern gut beschäftigen?", 

00:01:21: "Was gibt's für Modelle, dass sie ihr Leben und ihren Job vereinbaren können?".

00:01:24: Ich meine das Thema sehr riesig

00:01:26: aber ja, wie definieren wir uns darüber?

00:01:28: Also ich finde Eltern im Job super.

00:01:30: Ich find, Eltern sind Mega-Arbeitnehmer!

00:01:33: Ganz tolle Teammitglieder und echt super... super Mitarbeiter.

00:01:37: Eltern sind belastbarer, sind flexibler, sind strukturierter im Chaos.

00:01:46: Eltern haben viele Vorteile.

00:01:47: Also Eltern bringen auf jeden Fall mal die größere Ruhe mit in jedweder Stresssituation, weil sie einfach Stresssituationen nochmal ganz anders gewohnt sind, sag ich jetzt mal.

00:01:58: Geduldiger!

00:02:00: Definitiv.

00:02:00: Also es verschiebt sich so ein bisschen der Point of View.

00:02:03: Wenn du dann auch mit KollegInnen zusammenarbeitest, die vorher kein Kind hatten und dann ein Kind haben, dann siehst du einfach – also erst einmal ist so eine große Welle der Panik, nämlich direkt nach Wiedereinstieg, 

00:02:16: so: "Kriege ich alles hin?", "Kriege ich alles hin?", "Wie krieg ich mich organisiert?".

00:02:21: Du merkst es immer, ich find's so nach einem halben Jahr spätestens im Jahr wo da einfach so eine Routine auch reinkommt und so ne Ruhe rein kommt.

00:02:27: Und du auch einfach merkst: Ja die managen das einfach alles weg, weil sie müssen sich ja zu Hause auch managen.

00:02:35: Ich glaub wo ich nicht unterschreiben würde deine Aufzählung ist in Sachen Flexibilität.

00:02:40: Also es ist halt schon so, dass wenn du das Kind abholen musst um vierzehn Uhr, weil du keinen Kita-Platz hast, der bis sechzehn Uhr, siebzehn Uhr dein Kind betreut, 

00:02:51: ja dann ... Du bist da nicht flexibel in dem Moment.

00:02:53: Aber unsere Mütter sind, oder unsere Mütter und Väter muss man sagen, sind dann halt so flexibel zu sagen "Ja ich kann den Termin nicht in der einen Stunde wahrnehmen, aber lass mal später sprechen".

00:03:04: Ja,

00:03:04: bestimmt.

00:03:05: Flexibel

00:03:05: war da vielleicht auch das falsche Wort.

00:03:07: Was ich vielleicht sagen wollte, ist, sie improvisieren besser.

00:03:11: Ja, auch ja, safe.

00:03:13: Also ich improvisiere eigentlich neunzig Prozent meiner Zeit und die anderen zehn Prozent sitz' sich vor dem Fernseher.

00:03:19: Nein also ... Ich hab, glaub ich, hoffentlich schon noch ein paar andere Hobbys,

00:03:22: aber wenn dann die Uhr aus ist, dann irgendwie die Uhr auch aus.

00:03:26: Aber ja, ich glaube dieses schnell auf Situationen reagieren, entspannt auf Herausforderungen reagieren, das geht natürlich nicht in jedem Job. Also, ich sag mal, gerade wenn du Key-Accounter hast oder Leute, die ganz eng, ganz viel am Kunden arbeiten und der Kunde die Timings setzt

00:03:49: und dann vielleicht selber auch ein bisschen hart unter Pressure steht oder unstrukturiert ist – gibt es ja auch hin und wieder – dann ist halt schwierig, so eine Lücke einzuhalten.

00:04:00: Aber keine Ahnung, ich betreue auch noch einen Kunden.

00:04:04: Der Kunde weiß dass, ich ein kleines Kind hab, und es ist vollkommen okay, wenn ich halt mal schieben muss, weil's nicht anders geht oder ein Termin auch nach mir gelegt wird,

00:04:15: obwohl wir Dienstleister sind, anstelle dass der Termin irgendwie dann vorgegeben wird.

00:04:20: So, wie das früher mal war, keine Ahnung.

00:04:22: So: du Agentur musst um...boah!

00:04:25: Machen wir auch noch eine Podcast-Folge dazu, Umgang zwischen Agenturen und Kunden.

00:04:29: Ja also ich glaube da pendelt sich das dann irgendwie ein.

00:04:33: Aber ja safe... Also ich finde auch, du hast gar keine Wahl als Arbeitgeber.

00:04:37: Ich meine du hast einen Fachkräftemangel da draußen.

00:04:41: Du brauchst Arbeitskräfte, du hast hoch und höchst qualifizierte Mütter und Väter.

00:04:48: Und du nimmst jede Stunde die du kriegen kannst... Also es ist weniger die Frage willst du in Teilzeit sein oder willst du in Vollzeit sein, sondern vielmehr

00:04:56: die Frage "Wie viele Stunden kannst du machen?" oder "Wie viel Zeit kannst du einbringen?". Bring die effektiv ein und es wird genug sein für den Job.

00:05:04: Und wenn's nicht genug ist, muss eine zweite Person her

00:05:07: oder Job-Share oder irgendwelche andere Modelle da.

00:05:10: Aber ja, also ich glaube, jedes Unternehmen oder auch, jetzt in unserem Fall, wir als Agentur, wir tun uns auf jeden Fall einen Gefallen, das auch so zu fördern und Eltern einzustellen und auch in verantwortungsvolle Positionen zu geben, weil man – finde ich – als Elternteil auch nochmal was anderes mitbringt.

00:05:26: Das wollte ich jetzt auch noch mal kurz sagen.

00:05:28: Also das habe ich an mir auf jeden fall gemerkt, nachdem ich Mutter geworden bin. Mein Kleiner ist jetzt zwei.

00:05:34: Also ähnlich alt ja auch wie deiner... Man wird auch irgendwie selbstreflektierter, weil dieses Kind einem ja wirklich also gnadenlos den Spiegel vorhält.

00:05:44: Du hast auch keine andere Wahl als dich manchmal mit dir selber auseinanderzusetzen oder einfach da zu reflektieren.

00:05:49: Ich glaube man wird auch selbstreflektierter, und das tut auch jedem Team gut.

00:05:53: Vor allem finde ich für Führungspersonen ist das ein cooles Learning.

00:05:58: Ja, dein Soft-Skill-Set wird auf jeden Fall entweder erweitert oder in einzelnen Disziplinen massiv gesteigert.

00:06:06: Weil du kriegst halt sofort Response und du kriegst den Response halt, sage ich mal, in aller Härte die da

00:06:13: so ist... Und manchmal ja auch schmerzlich. Also ich kann mich erinnern an Zeiten, als mein Kleiner irgendwie anderthalb, zwei war, da rumgeflitzt ist in der Wohnung und ich ein Call hatte und der dann auf den Schoß kommt sagt "Mama spielst du heute nicht mehr mit mir, boah".

00:06:29: Also er blutet dann halt schon kurz dein Herz und dann ist auch okay, dann einfach irgendwie den Stift an dem Tag liegen zu lassen.

00:06:35: Also für mich war es einfach auch eine Limitierung meiner Arbeitszeit.

00:06:40: Ich habe halt früher einfach open end gearbeitet.

00:06:43: Für mich war das vollkommen ok auch so und jetzt der Kleine da und dann will ich halt die Zeit abends auch mit dem verbringen.

00:06:51: Und dann ist halt der Ofen einfach aus, also deswegen ja... Ich glaube du wächst als Mensch auf jeden Fall mit der Situation oder mit dem Thema.

00:07:02: Ganz

00:07:02: sicher!

00:07:02: Deshalb sollten auch möglichst viele Männer, also Väter Elternzeit nehmen....

00:07:09: ...Weil die es besonders nötig haben, oder?

00:07:09: Weil

00:07:10: die es auch mal nötigt haben.

00:07:13: Weil es denen auch gegönnt sein sollte!

00:07:14: Aber weil

00:07:15: es ihnen auch gegönnt sein sollte.

00:07:16: Erstens das eine wunderschöne Zeit, die man da mit dem Kind oder den Kindern verbringt und es tut einfach gut, es entwickelt dich auch menschlich sehr weiter

00:07:23: - und jetzt gar nicht mal nur als Mitarbeiter, auch als Partner und auch als Mensch, also für dich selbst.

00:07:31: Ja ich glaube, wir haben ja noch Kinder, oder wir beide haben Kinder die ja, sag ich mal so, irgendwie während der Corona-Zeit kurz nach, kurz vor der Corona Zeit geboren worden sind und ich glaub, wir kennen das ja zum Teil gar nicht anders.

00:07:44: Also mein Mann war wahnsinnig viel zu Hause und hat den Kleinen wirklich miterlebt von Stunde Null.

00:07:52: Aber wenn ich mir halt überlege, wie es halt auch mal früher war, wo du halt keine Ahnung in der Führungsposition bist, du dann mit sechzig bis zu achtzig Stunden im Corporate dabei und sagst dann "Joa, mein Kind sehe ich halt ab neunzehn Uhr".

00:08:04: Und eigentlich muss er um neunzen Uhr aber schon ins Bett.

00:08:06: Das ist halt schon hart glaube ich.

00:08:08: Also auch diese Vereinbarkeit für Eltern ist einfach ein super wichtiges Thema, dass man wirklich versteht, was man tut, wenn man Eltern einstellt. Und wenn man Teilzeiteltern einstellt, dass es auch vollkommen okay ist,  auch für uns vollkommen ok ist,  wenn die sich die Zeit nehmen und bewusst nehmen und sich dann zu Phasen rausnehmen oder auch... in manchen Phasen sagen "Oh bitte ruf mich an,

00:08:34: weil ich sitze hier grad auf dem Kinderspielplatz". 

00:08:40: Ja und letzte Woche hat ne Kollegin angerufen, da war ich im Schwimmbad.

00:08:43: Boah, ich war so froh, dass die mich angerufen hat und

00:08:45: ich mich einfach mal da rausziehen konnte aus dieser Affäre für eine halbe Stunde.

00:08:50: Also deswegen ja aber ähm ja.

00:08:53: Also ich find das ist völlig organisch bei uns,

00:08:56: die Zusammenarbeit mit Eltern. Ich hab aber oft in den Vorstellungsgesprächen so das Gefühl, dass Eltern sich so richtig verteidigen, nach dem Motto.

00:09:04: – oder auch so cashen müssen um anspruchsvolle Jobs, wo ich so denke, 

00:09:08: also Anspruch kann ich dir immer genug geben,

00:09:10: die andere Seite wird schwieriger – also so dieses

00:09:13: "Ja Ich kann aber das und das und das, kann nicht alles leisten und übrigens meine Betreuung ist auch gewährleistet". Hab ich überhaupt nicht gefragt.

00:09:19: Also gehe schon davon aus dass ein erwachsener mündiger Mensch selber weiß, wie viel Zeit er einbringen kann.

00:09:29: Natürlich gebe ich dir verantwortungsvolle Aufgaben, weil dein CV und deine Fähigkeiten das ja einfach mit sich bringen.

00:09:37: Ja,

00:09:37: was ein Novum bei uns!

00:09:39: Das habe ich auch nirgends anders vorher erlebt, dass du das nicht ... gefragt wirst oder dass du dann nicht auf Herz und Nieren geprüft wirst, ob du das kannst.

00:09:48: Also dass man, wie bei uns, einfach davon ausgeht, dass, wenn du einstellst, die Person in der Lage ist, ihre Zeit zu managen und ihr Leben da und ihr Berufsleben und ihr Privatleben so zu bauen, dass beide Seiten halt irgendwie ausbalanciert sind – davon gehen nicht alle aus!

00:10:08: Ja, aber das ist ja irgendwie krass.

00:10:10: Weil ich mein... Das sitzt ja einer wachsender mündiger Mensch vor mir.

00:10:13: Und warum, 

00:10:15: also wer bin ich als Arbeitgeber am Ende vom Tag?

00:10:18: Ich weiß noch, ich hatte mal einen Kollegen, der zu mir gesagt hat: 

00:10:22: "Ja also diese Mütter", das war so zu den Anfängen, da waren wir auch nicht ausgegründet, noch nicht unter der Brand jetzt, da hatte ich noch die volle Macht.

00:10:30: Und der hat dann zu mir gesagt, für ihn müssen Müttern, die können maximal die Ablage machen. Was!?

00:10:39: Ja und ich hatte damals noch kein Kind.

00:10:40: Und dann setzt du dich ja schon mit so einer Aussage auseinander, die irgendwie jetzt dir komisch vorkommt... ...und ich habe damals gedacht, das kann ja nicht die Lösung sein!

00:10:49: Es kann ja. nicht sein,  nur weil fürs Kind entscheide, dass ich plötzlich die Ablage mache.

00:10:54: Aber ich glaube, es geht vielen so, wenn ich mich so auf LinkedIn mit ProParents und so auseinandersetze, was da zum Teil gepostet wird, welche Geschichten den Leuten widerfahren.

00:11:06: Oder direkt nach Rückkehr gekündigt und so aus der Elternzeit?

00:11:11: Ja,

00:11:11: auf jeden Fall.

00:11:12: Also auch eine Freundin von mir jetzt, die hat halt die Kündigung hingelegt bekommen am ersten Tag nach Elternzeit.

00:11:21: Also was ist denn das?

00:11:26: Und unabhängig davon, dass wir ja auch also der rechtliche Rahmen und so.

00:11:30: Der wird dann danach besprochen

00:11:31: und natürlich gibt es eine Abfindung und keine Ahnung, aber die war fünfzehn Jahre in dem Unternehmen.

00:11:37: Ja

00:11:37: mit welcher Begründung?

00:11:39: Mit der Begründung, dass sie ist ja jetzt nicht mehr so flexibel ist, diesen Sachbearbeiter-Job zu machen, den sie vorher schon hatte.

00:11:45: Also wir reden jetzt nicht über eine Reisetätigkeit von neunzig Prozent und...

00:11:49: Ja das

00:11:50: ist halt bescheuert!

00:11:51: Dieses "Mütter sind nicht flexibel genug" - 

00:11:53: ich finde das Wort einfach bescheuert.

00:11:55: Ich find' Müttern sind extrem flexibel.

00:11:57: Natürlich haben sie Ihre Limitations und Kind von der Kita abholen und Betreuungszeit ist halt nur von dann bis dann, aber ansonsten maximal flexibel.

00:12:04: Auch wir was arbeiten wir abends nach, wenn die Kleinen im Bett sind.

00:12:09: Es ist doch maximale Flexibilität.

00:12:12: Ja, und ich wollte gerade so aus dem Bauchhaus sagen "ja wir tun es auch gerne!"

00:12:16: Also das für mich immer so ein Ding, auch wenn dann die Mutter sagt "Ja, ich habe da kein Problem, mich abends hinzusetzen" und dann denke ich oft so – sagst du ihr im ersten Vorstellungsgespräch nicht –

00:12:24: aber dann denke ich oft so "Nee, du tust das auch gerne".

00:12:27: Weil du dann einfach noch mal dein Hirn richtig anstrengen kannst,

00:12:30: du bist nicht beschäftigt mit irgendwelchen anderen Themen, die dich da so den Tag über begleiten und es ist manchmal auch vollkommen cool, sich am Wochenende oder dann abends, zum Teil auch spätabends, mal noch produktiv mit Themen auseinanderzusetzen.

00:12:43: Ja, die nicht heißen ich ziehe mir die neuen Netflix Folge rein.

00:12:48: Aber ja also ich glaube, die maximale Flexibilität wie wir sie haben – wir sagen ja manchmal, so ein bisschen esoterisch,

00:12:58: dass wir irgendwie freien Raum und Zeit sind.

00:13:01: Wir sagen auch immer das Wort esoterisch gleich dazu, damit niemand denkt, wir sind so esoterisch.

00:13:09: Aber die kommt einfach allen zugute.

00:13:11: Die kommt ja auch mir zugute!

00:13:14: Ich selber will ja auch, als Arbeitgeber oder Geschäftsführerin, so ein Konstrukt leben als Mutter.

00:13:21: Und ich glaube, da kommt viel her. Dadurch, dass bei uns in Führungspositionen einfach jeder selbst Mutter, Vater ist.

00:13:29: Jetzt muss ich kurz überlegen –

00:13:30: ja aber alle haben Kinder genau und viele haben kleine Kinder.

00:13:34: Ich glaube dadurch haben wir einfach so ein Mindset auch. Was wir ja gar nicht wollen – das finde ich

00:13:38: das noch viel verrücktere Modell – ist, wenn du dir Sachen rausnimmst, aber es dann deinem Arbeitnehmer nicht ermöglichst

00:13:44: oder deine Arbeitnehmerin. Also kannst ja nicht sagen, ich gehe auch mal im Schwimmbad ans Handy... Aber du

00:13:51: musst!

00:13:52: Das geht halt auch nicht.

00:13:53: Deswegen ja, ich glaube das kommt einfach allen sehr zugute.

00:13:58: Also du kannst auf die Skills nicht verzichten.

00:14:01: Du kannst auf menschliche Komponente nicht verzichten.

00:14:05: Du kannst auf Arbeitgeber nicht verzichten, die so eine Flexibilität bieten.

00:14:09: Ich glaub es erleichtert uns auch extrem das Recruiting, dass wir halt auch, sage ich mal, so offen sind und ich finde es einfach viel schöner so zu arbeiten

00:14:19: als

00:14:20: in so einem harten Konstrukt.

00:14:21: Ich auch.

00:14:22: Und diese Möglichkeiten, die wir da bieten – ich meine es ist ja auch notwendig weil, wie du sagst, Fachkräftemangel und Politik tut ja auch nichts oder hilft ja auch nicht besonders, um die Situation für Eltern zu erleichtern.

00:14:37: Dann müssen wir schon als Agentur was tun, also dass wir jetzt keine eigene Kita hier oder so haben

00:14:42: okay, das wäre dann noch das Nonplusultra, würde ich sagen.

00:14:44: Also irgendwann vielleicht, man kann ja mal träumen, aber zumindest müssen wir bis dahin schaffen, einfach ganz viel Freiheit zu lassen und trotzdem zu fördern, weil das motiviert wiederum so stark, Karriere machen können in dem Konstrukt.

00:15:00: Motiviert das so stark, dass es das Unternehmen ungleich weiterbringt als würdest du da vorher irgendwelche Limitations setzen oder als würdest du davor irgendwelchen komischen Regeln erfinden müssen.

00:15:11: Ja total und ich finde auch: Regeln und Druck ist ja eh immer Grütze, mal

00:15:15: grundsätzlich.

00:15:16: Da läuft irgendwie

00:15:17: was falsch. Ich würde auch behaupten, wir haben sehr intrinsisch motiviertes Team.

00:15:20: Also ein Team, das einfach aus sich heraus Dinge gut und geil erledigen will, und Sachen voranbringen will.

00:15:28: Wir sehen das ja auch in den Zielvereinbarungen.

00:15:29: Ich meine, wenn wir Zielvereinbarungen vorgeben würden, wir hätten lange nicht so hohe Zielvereinbarungen, wie wenn vom Team welche zurückkommen, weil die einfach immer höher sind.

00:15:38: Anyway ich glaube was ich eigentlich sagen wollte ist, die Mutter oder der Vater machen sich ja oft schon so viel Druck selber.

00:15:47: Also, weil du bist ja ständig im Spannungsfeld zwischen ich will mein Job geil machen,

00:15:52: ich will meinen Job zu Hause und meine Familie cool hinkriegen. Und Freizeit und Familie soll auch irgendwie leb- und erlebbar sein.

00:16:01: Da muss ich nicht als Arbeitgeber dann noch irgendwie ein Frame setzen, der noch mehr Pressurein bringt.

00:16:07: Weil du als Mama, Papa sowieso schon die ganze Zeit das Gefühl hast ...

00:16:12: "Ja, 

00:16:13: also, hoffentlich wird das Projekt Kind auch gut"

00:16:17: So als Gen Z-Mami plus ... Hoffentlich wird das Kind auch gut!

00:16:21: Hoffentlich wird das Projekt auch gut,

00:16:23: so.

00:16:23: Ja, stimmt.

00:16:25: Wie war das bei dir eigentlich?

00:16:26: Du hast ja gegründet oder ausgegründet mit Baby, oder?

00:16:29: Oder wie alt war dein Kind?

00:16:32: Ich bin nach der Elternzeit zurückgekommen und habe gesagt: So wie's jetzt war, hab ich nicht so Bock.

00:16:36: Ich würd's gerne irgendwie neu machen, interdisziplinärer machen.

00:16:41: Und deswegen logischerweise nach der Elternzeit, weil der Übergang dann halt so war.

00:16:47: Corona hat mir damals ein bisschen die Karten gespielt, weil alles war ruhiger und mehr aus dem Homeoffice gearbeitet.

00:16:55: Teams war schon üblicher.

00:16:56: Videokonferenzen allgemein war üblich.

00:16:59: Und Gründung ist ja auch nicht so, ich fange jetzt heute an und morgen habe ich einen Riesen-Workload.

00:17:04: Also es war dann auch viel erst mal strategisch die richtigen Leute mit ins Boot holen, die Kunden zu überzeugen, dass der Wechsel guttun würde und was wir in Zukunft für sie tun machen können, anbieten können.

00:17:14: Wir haben unser Portfolio extrem aufgeweitet auch mit dem Schritt, also sehr extrem breit geworden.

00:17:19: Und Max ist ein bisschen mitgelaufen, also mein Zwerg ist so ein bisschen mitgelaufen und das war alles cool, als er noch ganz jung war.

00:17:27: Höllezeit, sechs Monate bis zwei Jahre und das sage ich auch heute immer noch.

00:17:31: Ja, nee bis zwei!

00:17:34: Also die Zeit wo sie sich noch nicht richtig alleine beschäftigen, wo die noch ganz viel Mama und sorry to say auch Mama nicht Papa oft brauchen ist es so... Das war super challenging, weil da ging es natürlich in der Firma richtig ab.

00:17:49: Also da hatten wir hier richtig viel zu tun und da sind dann die Kunden alle schon gewechselt und wollten neue Sachen mit uns machen und waren sowieso so ein bisschen Aufbruchstimmung auch nach Corona.

00:18:00: Und dann Max in dieser High Season Phase, wow!

00:18:04: Also das glaube ich würde ich nicht nochmal so machen.

00:18:07: Also man sagt ja immer beste Zeit zum Umorientieren und Gründen ist dann so Elternzeit?

00:18:15: Safe.

00:18:16: Aber dieses nach Geburt und ab, also so aus dem Wochenbett raus.

00:18:22: Ich hatte glaube irgendwie acht Wochen wirklich Pause.

00:18:28: Ja ja ich hatte auch länger geplant aber es kam dann einfach durch Corona und die Möglichkeiten waren früher besser da.

00:18:36: Und ich bin ja dann auch – manche würden sagen leider – manchmal so, dass ich mich einfach da reinwerfe und sage: Lass mal machen.

00:18:43: Lass mal gucken, so schlimm kann's ja nicht kommen.

00:18:45: Aber hey da war es echt so.

00:18:47: Uh da waren wir auch als Familie dann ein paar Mal echt ordentlich an den Grenzen.

00:18:54: Das ist eine krasse Veränderung im Leben, das challengt alle.

00:18:57: Deshalb ist es auch voll okay, wie du anfangs meintest, viele Eltern, die aus der Elternzeit zurückkommen oder sich auf einen neuen Job bewerben, sind dann erstmal so "Wie wird das?"

00:19:08: oder "Wie ist das?" und "Packe ich das überhaupt?", weil das halt schon echt so eine unsichere Phase ist.

00:19:11: Man hat sich noch nicht so eingespielt. Aber auch da: Es kommt, und es kommt erstaunlich viel schneller als man denkt.

00:19:21: Ja und ich glaube, wir als Agentur haben einfach den Vorteil, dass wir halt viele Mütter, viele Väter drin haben und entsprechend supergut drauf reagieren können und einfach wissen, wie der Hase halt auch läuft.

00:19:33: Also ich hatte jetzt noch nie eine Mutti da oder ein Papa da, der irgendwie fünf Kinder hatte.

00:19:37: So also weißt du, wo ich sage "Das ist jetzt ne Challenge,

00:19:40: mal gucken ob die auch klappt, 

00:19:41: wie könnten wir dir helfen?"

00:19:43: Aber meistens ist ja schon eine unserer ersten Fragen so "Wie können wir, wo können wir helfen?",

00:19:47: "Wir können es besser machen?".

00:19:48: Oder wenn dann auch jemand kommt und sagt, was grad zu viel ist: "Okay, was können wir weglassen, was braucht's halt

00:19:52: vielleicht jetzt gerade auch einfach nicht?"

00:19:57: Ich glaub, eine Gratis-Meinung kriegt man gut hin.

00:19:59: Auf jeden Fall zu dem Thema also ...

00:20:02: Ja, Gratismeinung für Arbeitgeber oder Agenturen? Stellt Eltern ein.

00:20:09: Auch in Führungspositionen.

00:20:11: Auf

00:20:11: jeden Fall.

00:20:14: Die Leute werden nicht dümmer, nur weil sie Kinder bekommen haben.

00:20:17: Ja es ist doch wahr!

00:20:18: Wir werden besser, wir werden

00:20:20: besser!

00:20:20: Ja, wir sind sogar besser.

00:20:22: Janikas Theorie, wir wären sogar besser.

00:20:24: Und für ArbeitnehmerInnen: Traut euch, fordert ein und habt nicht so einen Pain im Kopf, ob ihr dem Arbeitgeber gerecht werdet, weil der kann nicht ohne euch.

00:20:38: Kann einfach nicht ohne Euch. Und auf Perspektive kann er überhaupt nicht mehr ohne euch.

00:20:43: Und seid euch selber genug wert dafür euch den passenden Rahmen zu besorgen.

00:20:48: Und wenn es dann auch einfach mal ein anderer Arbeitgeber ist. Am Ende vom Tag geht's darum, dass es für euch gut fittet.

00:20:56: Also damit können wir uns doch gut für heute verabschieden, oder?

00:20:58: Das sind zwei gute Gratismeinungen.

00:21:02: Dann bis zum nächsten Mal!

00:21:12: Ciao!

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